Rhein-Hunsrück-Kreis wird mit dem Europäischen Solarpreis 2011 ausgezeichnet
Die langjährigen, systematischen Aktivitäten zur Steigerung der Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien im Rhein-Hunsrück-Kreis werden von der Europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien e.V. EUROSOLAR mit dem Europäischen Solarpreis 2011 ausgezeichnet. Daneben war auch der Deutsche Solarpreis ausgeschrieben.Dies gab Wirtschaftsministerin Eveline Lemke anlässlich einer Pressekonferenz am 16. November im Mainz bekannt. Die offizielle Preisverleihung findet am 02.12.2011 in Berlin statt.
EUROSOLAR würdigt in Kooperation mit der KfW-Bankengruppe in der Kategorie „Städte/Gemeinden, Landkreise und Stadtwerke“ aus dem europaweiten Bewerberkreis pro Jahr maximal 3 Preisträger, die sich um die Nutzung erneuerbarer Energien besonders verdient gemacht haben. Im Vorjahr hatte die Stadt München diese Auszeichnung für Deutschland errungen.
Früher musste der Rhein-Hunsrück-Kreis fast seinen kompletten Energiebedarf importieren. Der Landkreis mit seinen 103.000 Einwohnern hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Energieversorgung auf regionale, erneuerbare Quellen umzustellen.
Die kreiseigenen Liegenschaften nehmen hierbei eine Vorbildfunktion ein. Zusätzlich zum systematischen Energiecontrolling werden sämtliche Schul- und Verwaltungsgebäude seit 2002 nach und nach mit Erneuerbaren Energien ausgerüstet. Politisch flankiert wurden diese und alle weiteren erfolgreichen Anstrengungen des Landkreises durch einen weitreichenden Grundsatzbeschluss des Kreistages vom Dezember 2006 zur Erstellung eines Energiekonzepts für lokales und regionales Stoffstrommanagement.
Mit den derzeit installierten und bis zu diesem Jahresende fertiggestellten ca. 160 Windkraftanlagen wird der Kreis 2012 zum Energieexporteur. Durch die Nutzung des kommunalen Planungsrechts und der zügigen Umsetzung der laufenden Genehmigungsverfahren für weitere Anlagen soll die Jahresstromerzeugung aus regenerativen Energien bis 2014 sogar auf 236 % gesteigert werden. Zum Vergleich: die Zielvorgabe des Bundes für 2020 lautet 35%, Rheinland-Pfalz möchte bis 2030 den Strom 100% erneuerbar erzeugen.
Mit der „1000-Dächer-Photovoltaik-Initiative“ wird die Solarenergie in Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken und dem örtlichen Handwerk stetig ausgebaut. Zurzeit sind 2.022 Photovoltaikanlagen installiert, außerdem 17 Anlagen, die Biomasse verstromen.
Die Basis im Wärmebereich bilden Nahwärmeverbünde in den Schulzentren in Simmern, Kirchberg und in Emmelshausen (derzeit noch im Bau), in denen die Rhein-Hunsrück-Entsorgung auf der Basis von 120 Sammelplätzen mit hochwertig aufbereiteten Baum- und Strauchschnitt die Schulgebäude und Sporthallen von Kreis und Verbandsgemeinden langfristig mit Wärme beliefert. Im Einfamilienhausbereich erfolgt die Wärmeproduktion bei Neubauten mittlerweile zu über 50% mittels Wärmepumpen. Auch thermische Solaranlagen und Holzheizungen sind im Aufwind.
Die umfassenden Maßnahmen des Kreises führen zu einer erheblichen Steigerung der regionalen Wertschöpfung (2010 bereits ca. 13,4 Millionen €) und Vermeidung von Energieimportkosten (2009 bereits 12,3 Millionen €) sowie einem Zubau an neuen Arbeitsplätzen. Die CO2-Einsparung betrug nach einer Ermittlung der Agentur für Erneuerbare Energien im Jahr 2009 bereits 269.000 Tonnen jährlich. Das vorbildliche Konzept zeigt, dass die Energiewende nur mit Beteiligung und dem Engagement der Kommunen möglich ist.
Neben den Aktivitäten des Landkreises und der Rhein-Hunsrück-Entsorgung wird vor allem die energetische Gesamtentwicklung auf Landkreisebene gewürdigt.
„Diese hohe Anerkennung und Wertschätzung auf europäischer Ebene gilt allen Bürgerinnen und Bürgern, Firmen, Gemeinden und Verbandsgemeinden, die sich aktiv in die Energiewende einbringen und dafür sorgen, dass unser Landkreis landes- und bundesweit mit zu den Vorreitern gehört“, so Landrat Bertram Fleck. Beispielhaft seien hier genannt die Aktivitäten der Ortsgemeinden Mastershausen, Külz und Wahlenau, die Nahwärmeverbünde der Verbandsgemeinden Kastellaun und Rheinböllen sowie der Solidarpakt der Verbandsgemeinde Rheinböllen.
Auch die einheimische Wirtschaft zieht mit, so zum Beispiel die Textilpflege Zischka, die eine der energieeffizientesten Großwäschereien Europas errichtet hat, das Gesundheitszentrum Büchenbeuren (Energiegewinngebäude in Holzrahmenbauweise, aus einheimischen nachwachsenden Baustoffen), der Neubau des Altenheims Belgrano Boppard in Passivhausbauweise sowie das Biowärmezentrum Rheinland-Pfalz von Landesforsten in Ohlweiler.
Die im gerade verabschiedeten und vom Bund finanziell unterstützten Klimaschutzkonzept ermittelten Potentiale sind jedoch noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Daher lautet das Motto der Energie-Aktivitäten des Rhein-Hunsrück-Kreises: „Im Rhein-Hunsrück-Kreis steckt viel Energie! – wir machen was draus!“
Der Gewinnbeitrag steht nachfolgend zum Download bereit:
Europäischer Solarpreis 2011 – RHK- Teil 1 - Hauptteil. pdf
Europäischer Solarpreis 2011 – RHK- Teil 2 - Pressespiegel. pdf
Europäischer Solarpreis 2011 – RHK- Teil 3 - Projektbeschreibung. pdf
Pressekontakt: Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis (pressestelle[at]rheinhunsrueck.de)
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