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08.03.2010 10:46 | Rhein-Hunsrück-Kreis | Rhein-Hunsrück-Kreis (Kreis)

Rhein-Hunsrück-Kreis präsentiert sein Solar-Kataster auf der CeBIT

Auf Einladung des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz wurde das Solar-Kataster am Stand des Landes Rheinland-Pfalz auf der CeBIT 2010 in Hannover vorgestellt. In einer Talkrunde stellten Landrat Bertram Fleck, Werner Berg von der Raiffeisenbank Kastellaun sowie Thomas Beck von der Firma Smart Geomatics das bislang landesweit einmalige Pilotprojekt vor.

Der Rhein Hunsrück-Kreis hat sich zusammen mit den vier Volks- und Raiffeisenbanken im Kreisgebiet und den örtlichen Handwerkern zum Ziel gesetzt, mit Hilfe von Laserscandaten alle Dachflächen im Landkreis auf ihre Tauglichkeit zur Nutzung für Photovoltaik zu prüfen und zu erfassen. Mittels eines speziellen EDV-Programmes wird für jedes Objekt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt. Die erforderlichen Laserscanndaten wurden vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Die notwendige Aufbereitung der Daten mittels des GeoExplorers erfolgte durch das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz. Diese Daten werden nun in den einzelnen Genossenschaftsbanken ausgewertet und die potentiellen Hauseigentümer auf die Möglichkeit einer Investition in Photovoltaik angesprochen. Unter Mitwirkung der örtlichen Handwerker werden die entsprechenden Angebote erstellt und ausgehändigt. Wichtig ist, dass die komplette Wertschöpfung in der Region bleibt und damit auch die örtlichen Handwerker mit einbezogen werden. Es wird großen Wert auf die Kompetenz der Handwerker gelegt, damit eine ordnungsgemäße Montage gewährleistet ist.

Am 15. Januar fand unter Anwesenheit von Umweltministerin Margit Conrad die offizielle Auftaktveranstaltung mit Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung statt. Pünktlich zum Messebeginn wurden die ersten aufbereiteten Daten des Solarkatasters von der Firma Smart Geomatics zur Verfügung gestellt. Eine erste Stichprobe auf der Messe zeigte den interessierten Fachbesuchern das riesige Solarpotential. Die Volks- und Raiffeiseneisenbanken werden in den kommenden Wochen an Hand der ersten ausgewerteten Daten mit der Information und Beratung der ersten Hauseigentümer beginnen. Es wird davon ausgegangen, dass bis Sommer 2011 kreisweit alle potentiellen Hauseigentümer angesprochen worden sind. Gemäß Kooperationsvereinbarung wird das Solarkataster ab dem 1. April 2011 öffentlich der Allgemeinheit über das Internet verfügbar sein. Die genaue Ausgestaltung des Internetauftritts ist noch in der Planung. Das Umweltministerium hat bereits angekündigt, dass Gebäudeeigentümer die Möglichkeit haben, die solartechnischen Bewertungen im Internet löschen zu lassen. Zu gegebener Zeit wird es hierzu nähere Informationen geben.

Die Verpachtung von öffentlichen Dachflächen erfolgt seit 2009 an die neu gegründete Bürgerphotovoltaikgenossenschaft (HunsrückSonne Kastellaun eG). An dieser Genossenschaft können sich die Bürger des Landkreises beteiligen. Der Geschäftsanteil liegt zwischen 1.000 Euro und 10.000 Euro pro Person. Somit ist eine breite Streuung gewährleistet. Das erste Projekt wurde im August 2009 mit der IGS in Kastellaun abgeschlossen. Weitere Projekte haben nun mit dem Kant-Gymnasium, der Berufsbildenden Schule in Boppard und der Förderschule (Theodor-Heuss-Schule) in Kastellaun begonnen. Der Zuspruch zu dieser Art der Beteiligung in regenerative Energien ist sehr positiv. Überwiegend fragen Bürger nach, die selbst keine Möglichkeiten haben, eine eigene Anlage zu betreiben, jedoch das Gesamtvorhaben unterstützen möchten. De facto werden somit „Bürgersolaranlagen“ geschaffen. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft bei der Genossenschaft, steht Werner Berg von der Raiffeisenbank Kastellaun eG (Tel. 06762 - 9311-50) gerne zur Verfügung.

Durch die Montage von Displays im Eingangsbereich der Schulen, auf denen neben den technischen Daten die momentane Leistung, der Gesamtenergieertrag und die CO2-Einsparung ablesbar sind, wird der praktische Nutzen für Lehrer und Schüler sichtbar. Gerade bei den Jugendlichen kann so frühzeitig das Bewusstsein für unsere Umwelt gestärkt werden.

„Jeder Bürger hat die Möglichkeit, als Hauseigentümer oder Genossenschaftsmitglied am Rad der zukünftigen Energieversorgung mitzudrehen und somit für seinen Geldbeutel und den Klimaschutz einen kleinen Beitrag zu leisten“, so Landrat Bertram Fleck.


Pressekontakt: Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis (pressestelle[at]rheinhunsrueck.de)
www.rheinhunsrueck.de



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