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21.01.2012 16:21 | Speyer | Speyer (Stadt)

Neue Heimat für Dom- und Kirchenmusik Speyer

Im Kloster St. Magdalena entsteht ein kirchenmusikalisches Zentrum

Auf dem Gelände des Klosters St. Magdalena in der Speyerer Altstadt entsteht in den nächsten Monaten das neue kirchenmusikalische Zentrum des Bistums Speyer. In den Gebäuden, die bis 2010 die frühere städtische „Klosterschule“ beherbergten, werden künftig sowohl die Dommusik mit der Domsingschule als auch das Bischöfliche Amt für Kirchenmusik mit dem Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut untergebracht.

Den Baukomplex hatten die Dominikanerinnen von St. Magdalena im Sommer 2010 - nach dem Auszug der Grundschule - dem Bistum Speyer übereignet. Mittlerweile ist in das Vorgebäude bereits die Peregrinus GmbH mit der Redaktion der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“ eingezogen. In einem zweiten Schritt wird nun das Hauptgebäude der Klosterschule mit der früheren Turnhalle zur neuen Heimat für die Dom- und Kirchenmusik ausgebaut, die bisher an getrennten Standorten, im Friedrich-Spee-Haus und im Bistumshaus St. Josef in der Oberen Langgasse angesiedelt waren.

Für beide Institutionen entstehen im neuen kirchenmusikalischen Zentrum optimale Ausbildungs- und Probemöglichkeiten. Die räumliche Zusammenführung ermöglicht es zudem, enger zu kooperieren und Synergien zu nutzen. Diese Zusammenarbeit schließt auch die neue private Grundschule mit ein, die 2013 von den Dominikanerinnen in unmittelbarer Nachbarschaft als Ganztagsschule mit musikalischem Schwerpunkt eröffnet wird. Ein derartiges kirchenmusikalisches Kooperationsmodell ist in der katholischen Kirche in Deutschland bislang einmalig.

Der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori ist die musikalische Gestaltung der gottesdienstlichen Feiern und Konzerte im Speyerer Dom anvertraut. Als Ensembles gehören ihr die verschiedenen Chorgruppen des Domchores und der Domsinschule, das Domorchester, die Dombläser und die Schola Cantorum Saliensis an. Sie alle erhalten künftig im neuen Zentrum ihre Räume für die Proben und die stimmliche Ausbildung. Das Amt für Kirchenmusik unter Leitung von Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub ist zuständig für die Begleitung und Weiterbildung der Kirchenchöre einschließlich der Kinder- und Jugendchöre im Bistum. Am dazugehörenden Kirchenmusikalischen Institut werden Organisten und Chorleitern für ihren kirchenmusikalischen Einsatz in den Pfarreien ausgebildet.

Zwei Bauabschnitte bis 2013
Im ersten Bauabschnitt in diesem Jahr entstehen im früheren Hauptgebäude der Klosterschule an der Hasenpfuhlstraße die Büro- und Übungsräume für die Dommusik und das Amt für Kirchenmusik. Auch die Notenarchive finden hier ihren Platz. Der Zwischenbau zwischen der Klosterschule und dem Peregrinus-Gebäude – der ehemalige Sanitärbereich - wird dabei zum Eingangsbereich umgebaut und aufgestockt. In ihn wird auch eine Aufzugsanlage integriert. Im kommenden Jahr wird in einem zweiten Bauabschnitt der Umbau der früheren Schulturnhalle im Innenhof des Klosters in Angriff genommen. Hier entsteht der Hauptübungssaal der Chorgruppen, der außerdem die Konzertorgel des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts aufnimmt.


Kloster St. Magdalena belebt Schultradition neu
Katholische Grundschule mit musikalischem Schwerpunkt geplant
Speyer (is). Die Dominikanerinnen des Klosters St. Magdalena in Speyer werden 2013 mit der Eröffnung einer privaten Grundschule auf dem Klostergelände ihre jahrhundertealte Schultradition neu beleben. Bereits in diesem März beginnen die Umbauarbeiten in dem früheren Internatsgebäude, das bis 2010 Teile der städtischen Klosterschule beherbergte. Seine letzten Schulen in eigener Trägerschaft, das Edith-Stein-Gymnasium und die Edith-Stein-Realschule, hat der Orden vor zwei Jahren an die Gemeinnützige St. Dominikus Schulen GmbH abgegeben.

Die Ordensfrauen planen eine zweizügige Grundschule mit musikalischem Schwerpunkt, die als Ganztagsschule geführt wird. Als katholische Privatschule verfolgt sie ein Bildungs- und Erziehungskonzept auf christlicher Wertebasis. In der musikalischen Erziehung ist eine Kooperation mit der Domsingschule vorgesehen, die in direkter Nachbarschaft - im alten Hauptgebäude der Klosterschule – ihren neuen Standort erhält. Gestartet wird im Sommer 2013 mit einer Klasse, um die Schule in den Folgejahren zu einer kompletten zweizügigen Grundschule mit acht Klassen der Jahrgangsstufen eins bis vier auszubauen. Als Lehrpersonal will der Orden teilweise eigene Schwestern einsetzen. Zur Zeit haben vier Ordensfrauen des Klosters eine Lehrberechtigung, weitere vier junge Schwestern bereiten sich auf den Lehrerinnenberuf vor.

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit war für die Dominikanerinnen von St. Magdalena schon immer ein Schwerpunkt ihres Wirkens. Bereits im 14. Jahrhundert vertrauten Speyerer Bürger den Schwestern in der Vorstadt Hasenpfuhl ihre Kinder zur Erziehung an. Die moderne Schulgeschichte des Ordens begann 1829, als die Schwestern im Auftrag König Ludwigs I. die erste katholische Mädchenschule mit 200 Schülerinnen eröffneten. 1841 entstand eine Lehrerinnenbildungsanstalt, zunächst zur Ausbildung klösterlicher Lehrerinnen. Neben anderen Bildungsangeboten kam im 20. Jahrhundert eine höhere Mädchenschule mit Internat hinzu, aus der die Edith-Stein-Realschule und das Edith-Stein-Gymnasium hervorgingen. Diese blieben bis 2010 in Trägerschaft des Ordens. Die Volksschule – genannt „Klosterschule“ – war bereits 1970 an die Stadt übergegangen, blieb aber (bis 2010) in den Gebäuden des Klosters angesiedelt.


Pressekontakt: Bistum Speyer (pressestelle[at]bistum-speyer.de)
www.bistum-speyer.de
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