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Lauter Ruf nach einem Gesamtkonzept
Eigentlich ging es lediglich um die Mittelbereitstellung für die barrierefreie Erschließung des Stadttheaters sowie weiterer Projekte zur Gewährung der Sicherheit im 1964 eröffneten, zwischenzeitlich maroden Gebäude am Augustinerhof. Doch dann lösten die beiden Vorlagen bei der Debatte im Rat die grundsätzliche Frage nach der Zukunft des Dreispartenhauses aus. Am Ende der Diskussion signalisierte Theaterdezernent Thomas Egger, noch in diesem Jahr hierüber einen Grundsatzbeschluss herbeiführen zu wollen. Dabei empfahl er eine „Sanierung im Bestand“ bei einem Verbleib des Theaters „an Ort und Stelle“.Das auf gut 20 Millionen Euro geschätzte Projekt, über das er auch bereits mit dem rheinland-pfälzischen Kulturstaatssekretär Walter Schumacher in Mainz gesprochen habe, müsse im Rahmen einer Gesamtsanierungsstrategie „jetzt laufen“.
Zunächst aber hatte der Rat über den Einbau eines auch für Behinderte zugänglichen Aufzugs vom Erdgeschoss ins obere Foyer sowie die Einrichtung einer behindertengerechten Besuchertoilette zu befinden. Die für die Beseitigung des seit langem bestehenden Missstands erforderlichen 305 000 Euro bewilligte der Rat ohne Einwände. Das Projekt für die allseits gut geheißene barrierefreie Erschlie-ßung des Theaters soll im hinteren Garderobenbereich bald umgesetzt werden.
In einer ergänzenden Vorlage zur Sanierung des Theaters im brandschutz- und sicherheitstechnischen Bereich stand sodann eine Bau- und Kostenfortschreibung in Höhe von 895.000 Euro zur Abstimmung. Vier zur ordnungsgemäßen Aufrechterhaltung des Spielbetriebs unumgänglichen Projekten wollten und konnten sich die Ratsmitglieder nicht versagen. Hierzu ge-hören Brandschutzmaßnahmen in der Druckkammer unter dem Zuschauerraum (80.000 Euro), die Herstellung separater Notausgänge (50.000 Euro), die Erneuerung des defekten Bühnen- und Lastenaufzugs (120.000 Euro) sowie verschiedene, 2010 zurückgestellte Projekte zur Optimierung des Brandschutzes (170.000 Euro).
Beim als notwendig erachteten Bau eines Wassertanks als separater Vorratsspeicher für die Sprinkleranlage (475.000 Euro) beauftragte der Rat indes die Verwaltung, eine kostengünstigere Alternative zu planen. Beigeordneter Egger sagte dies auch im Interesse eigener Budgeteinsparungen zu und will den Gremien in Abstimmung mit den Stadtwerken schon bald einen neuen Vorschlag unterbreiten.
Stimmen der Fraktionen
In ihren Ausführungen stellte CDU-Kultursprecherin Dorothee Bohr die Frage, ob es richtig sei, immer wieder kostenintensive Einzelmaßnahmen zu beschließen, ohne dabei das konkrete Ziel, wie es mit dem Theater weitergehen soll, zu kennen. Man müsse sich zu einer grundsätzlichen Positionierung durchringen. Erst der Vergleich zu einer Gesamtkonzeption könne die Frage beantworten, ob Einzelmaßnahmen nicht reine Flick-schusterei seien. Bohr forderte das Land auf, Trier bei der Lösung der Theaterproblematik stärker zu unterstützen.
„Beide Vorlagen sind aufgrund des Fehlens eines Gesamtkonzepts problematisch“, befand Markus Nöhl (SPD). Es sei sicherlich kostengünstiger, im Bestand zu sanieren, als etwas Neues zu errichten, doch müsse mit den baulichen und technischen Investitionen eine inhaltliche, zielorientierte Diskussion einhergehen. Stadt, Land und Region müssten Verantwortung übernehmen und sich der Frage stellen „Was ist uns die Kultur wert?“.
Als „deutliches Signal für eine Generalsanierung“ charakterisierte Professor Hermann Kleber (FWG) die so kostengünstig wie möglich zu gestaltenden Investitionen zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs.
Von einer insgesamt „frustrierenden Lage“ sprach FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Karl-Josef Gilles. Ein „Schönreden“ helfe nicht weiter. Die Maßnahmen müssten jetzt umgesetzt werden, um nicht noch mehr Zeit und Geld zu verlieren.
Mit der partiellen Zustimmung der unabweisbaren Sanierungsprojekte sei die Frage nach den Perspektiven für das Theater nicht beantwortet, stellte Grünen-Sprecherin Uschi Britz fest. Zugleich ließ sie durchblicken, dass ihre Fraktion eine Verlagerung des Theaters aus dem Bereich der Fußgängerzone sehr kritisch gegenüber stehe.
Pressekontakt: Stadtverwaltung Trier (rathaus[at]trier.de)
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