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Jugendliche rennen schneller, Ältere kennen Abkürzung
3. Akademietage in Vallendar zum Thema „Jahr des aktiven Alterns“
Der dritte und letzte diesjährige Akademietag der Philosphisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) am 28. Januar hat unter dem Thema „Jahr des aktiven Alterns“ gestanden. „Wir leben in einer Gesellschaft des längeren Lebens“, erklärte Pater Alfred Schuchart von der PTHV zu Beginn der Veranstaltung. Als er sich für dieses Thema entschieden habe, habe er noch nicht gewusst, dass das Jahr 2012 von der Europäischen Union zum „Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ erklärt werden würde. Das zeige, welch aktuelle und brisante Diskussionen die Akademietage immer wieder aufgriffen.Die ehemalige Familienministerin und Gerontologin Prof. Ursula Lehr lieferte in ihrem Vortrag zuerst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Bevölkerungssituation: Die Deutschen würden immer älter, der Anteil der über 80-Jährigen werde sich bis 2025 mindestens verdreifachen. Alter sei aber keine Krankheit. Immer mehr ältere Frauen und Männer kämen im Alltag gut alleine zurecht. „Je älter wir werden um so weniger sagt die Anzahl der Jahre über Fähigkeiten, Fertigkeiten, Verhaltens- und Erlebniswelten aus“, sagte Lehr. Neue Familienbilder hätten sich entwickelt: „Früher scharten sich viele Enkel um eine Oma und einen Opa, heute kommen auf einen Enkel mehrere Großeltern.“ Deshalb plädierte Lehr für ein aktives Altern: „Wir brauchen die Älteren in Wirtschaft, Politik und Verwaltung.“ Das Leben sei ein Lernen, lebenslang. „Die Jugendlichen rennen zwar schneller, aber die Älteren kennen die Abkürzung“. Es gelte die gewonnen Lebensjahre zu erfüllteren Jahren zu machen. Es sei ermutigend festzustellen, dass sich mehr als ein Drittel der „Generation 60+“ ehrenamtlich engagiere. Beispielsweise in sogenannten „Großelterndiensten“, Lesepatenschaften, in Pfarrbüchereien, Seniorenakademien oder an Volkshochschulen. Auch in der Hospizarbeit leisteten Senioren „wertvolle Hilfe“. Für andere etwas Gutes tun, tue gut, sagte Lehr.
Pater Bernhard Pieler, der zweite Referent des Tages, sagte, dass Menschen angehalten seien, sich mit der Situation des Älterwerdens so anzufreunden, dass sie sich selbst noch mögen und damit eine Vorleistung gäben, dass ihre Umgebung sie ebenfalls möge. Das sei mit „Den Jahren mehr Leben geben“ letztlich gemeint. Anknüpfen wolle er in diesem Zusammenhang an das Wort eines unbekannten Verfassers: „Um leben zu können brauchen wir Brot, um leben zu wollen brauchen wir die Bibel“. Die erste Hälfte sei wohl unbestritten, Brot als Möglichkeit von Verdienst und Erwerb sei nötig für die eigene Für- und Vorsorge, für die Gründung einer Familie oder die Teilnahme an gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Warum die Bibel zum Lebenwollen gehöre begründete Pieler mit einem Nietzsche-Wort: “Wer um ein Warum zu leben weiß, vermag fast jedes Wie zu tragen!“ Das gesamte Leben verstehe sich als ein Unternehmen, Sterben mit eingeschlossen. Leben verlange auch ein „Vertrauen in jenes liebende Du, das den je einzelnen mit seinen morschen Bausteinen annehme“, sagte Pieler. Weil jeder Mensch über einen Mehrwert verfüge, der „nicht der Fahndung der Finanzbehörde unterliege“, sondern vielmehr zu jenem Zutrauen bewege, das ein alter Mensch einmal so formuliert habe: „Ich bin ein Gedanke Gottes und in meinem Sterben kehre ich zu meinem Schöpfer zurück.“
Die Akademietage der Pallottiner in Vallendar werden in gemeinsamer Trägerschaft mit der Katholischen Erwachsenenbildung Fachstelle Koblenz und der Katholischen Erwachsenenbildung – Bildungswerk Westerwald-Rhein-Lahn veranstaltet. Der Auftakt war am 14. Januar. Weitere Informationen: PTHV, Telefon 0261-6402-290, Internet:
www.pthv.de.Pressekontakt: Bistum Trier ( )
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