PRPORT Rheinland-Pfalz - Pressemitteilung - Gedanken zum Internationalen Frauentag

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05.03.2010 08:46 | Pirmasens | Pirmasens (Stadt)

Gedanken zum Internationalen Frauentag

Der 8. März wird als Internationaler Frauentag vielfach gewürdigt. Es gibt Länder, die diesen Tag zum Feiertag erklärt haben, andere, in denen Frauen zumindest halbtags frei bekommen (eine schöne Anregung übrigens für unseren Gesetzgeber).

Dieser Tag ist in der Liste der Internationalen Tage mit diesem Datum verzeichnet. Die entsprechende Resolution vom Dezember 1977 legt jedoch kein Datum fest, sondern enthält die Bitte an „alle Staaten „unter Berücksichtigung ihrer historischen und nationalen Traditionen und Gebräuche einen Tag des Jahres zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden zu erklären“. Dass der 8. März sich weltweit durchgesetzt hat, entspringt den Frauenkämpfen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dieser Ursprung findet sich in der Resolution nicht unmittelbar wieder, schmälert jedoch dadurch keineswegs ihre Bedeutung. Denn die Resolution stellt eine unmittelbare Verbindung zwischen der Achtung der Rechte der Frau und der Wahrung des Weltfriedens sowie der Sicherung des sozialen Fortschritts her.

Das macht es nötig, gar unerlässlich, wenigstens an einem Tag auf die Rechte der Frau aufmerksam zu machen. Welches sind nun die Rechte der Frau? Sind sie anders als die Rechte der Männer? Grundsätzlich ist dies zu verneinen. Frauenrechte sind Menschenrechte. Das Recht vor allem auf körperliche und seelische Unversehrtheit, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Dieses Recht, diese Rechte werden jedoch bei Frauen weit häufiger verletzt als bei Männern. Die meisten, wenn nicht alle Tage des Jahres sind für die meisten Frauen vor allem durch Pflichten bestimmt. Irgendwie muss der Laden am Laufen gehalten werden, da ist es müßig zu betrachten, was nun eigentlich recht und Recht und was Pflicht ist. So ist vielfach zu beobachten, dass sich Frauen den vielfältigen Formen oft verdeckter Benachteiligung nicht einmal bewusst sind, was allerdings nicht bedeutet, dass sie nicht darunter litten. Sie tendieren dazu, ihre Rechte selbst zu beschränken und der Pflicht den Vorrang einzuräumen. Eine allmähliche Veränderung tradierter Verhaltensmuster ist durchaus zu erkennen, aber auf dem Weg zu tatsächlicher Gleichberechtigung ist das Ziel noch lange nicht erreicht.

Welche Konsequenzen können dann insbesondere aus dem Internationalen Frauentag gezogen werden? Frauen erhalten zunehmend Aufmerksamkeit. Radiosender gestalten ihr Programm entsprechend, verschiedene Aktionen werden gestartet. Vielfach werden Veranstaltungen mit Frauen von Frauen über Frauen –oder über die Wesenunterschiede von Frauen und Männern angeboten. Das ist erfreulich, weil es zumindest den Tag ins Bewusstsein rückt. Was aber wird darüber hinaus an diesem Tag für die Frauen getan? Was wiederum entspringt nicht weiblicher Initiative, sondern belegt das Interesse aller für die Rechte der Frau? Welcher ihrer Pflichten kann sie sich wenigstens an diesem Tag einmal entledigen? Wer übernimmt einmal für sie an diesem Tag die Hausarbeit, die Kinderbetreuung, die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger, schafft ihr Freiraum? Wer bezeugt ihr Respekt?

So bietet sich der Tag insbesondere dafür an, sich einmal zu überlegen, wo man Frau helfen, sie entlasten kann. Vor allem fordert er dazu auf darüber nachzudenken, was auf lange Sicht an Änderungen vollzogen werden kann, welche Bedingungen zu schaffen sind, um Frauen tatsächlich die Möglichkeit zu geben, ihr Leben nach ihren Wünsche, Bedürfnissen und Fähigkeiten zu gestalten. Und am besten ist es, diese Überlegungen und Gedanken unmittelbar in Taten münden zu lassen.

Zu weiteren Betrachtungen über die Resolution und die Lebenssituation von Frauen unter dem Motto „Frauenfreud – Frauenleid“ lädt die Gleichstellungsbeauftragte am Samstag, 27. März 2010, 20.00 Uhr, in den Carolinensaal herzlich ein. Weitere Informationen folgen.


Pressekontakt: Stadtverwaltung Pirmasens (presse[at]pirmasens.de)
www.pirmasens.de

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