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Erhard Eppler (rechts) hielt in Veitsrodt die erste Laukhard-Predigt, die nicht nur den Initiator, Landrat Axel Redmer (2. von rechts), und den Vorsitzenden der Laukhard-Gesellschaft, Hans Peter Brandt (links), begeisterte.
09.05.2010 08:22 | Birkenfeld | Herrstein

Erste Laukhard-Predigt begeisterte

Mehr als 100 Zuhörer zog Dr. Erhard Eppler mit der ersten Laukhard-Predigt von der Kanzel der evangelischen Kirche von Veitsrodt in seinen Bann. Bei dem Thema „Die Protestanten und der Staat“ bewies er, dass der Initiator, Landrat Axel Redmer, ihn zu Recht als „Idealbesetzung für den Start der Laukhard-Predigten“ bezeichnete. An Magister Friedrich Christian Laukhard, den Redmer als „Intellektuellen von Rang“ pries, wollen der Landkreis und die Kreisvolkshochschule jährlich mit einer Predigt an seiner Wirkungsstätte in der evangelischen Kirche in Veitsrodt erinnern.

Zunächst würdigte Eppler die Leistungen des Spätaufklärers Laukhard. Dieser hatte von 1804 bis 1811 ohne theologisches Examen als evangelischer Pfarrer in Veitsrodt gewirkt. Der einzige Staat, den er kennenlernte, war Preußen, „das keine absolute Monarchie mehr war“, wie der 83-Jährige betonte.

Unter Friedrich dem Großen, der von 1740 bis 1786 als König regierte, bekam Preußen erstmals Gesetze, die für alle galten – auch für den Monarchen, legte der gebürtige Ulmer dar, für den der Staat „das Kleid der Gesellschaft“ ist. „Seit 1919 haben wir eine freie Kirche in einem freien Staat – heute exakt dasselbe“, verdeutlichte der zweimalige evangelische Kirchentagspräsident, der eine solche Konstellation für optimal hält.

War im 20. Jahrhundert ein totalitärer Staat die große Gefahr, so sieht der frühere Entwicklungshilfeminister sie für das 21. Jahrhundert in einem „hilflosen, handlungsunfähigen, erpressbaren und zerfallenden Staat“ – vor allem mit Blick auf Afrika und Asien. Indes befand sich die deutsche Gesellschaft nach seiner Überzeugung „noch nie so in Gefahr wie heute, in Gewinner und Verlierer auseinanderzufallen“. Der Staat habe die Aufgabe, die Gesellschaft zusammenzuhalten, unterstrich Eppler. „In schöner Weise unzeitgemäß und trotzdem hochaktuell“ war die vom Publikum mit tosendem Applaus honorierte „Predigt“ in den Augen von Landrat Redmer. 600 Euro erbrachte die Kollekte, die auf Wunsch von Eppler einem Projekt von „Brot für die Welt“ zur Eingliederung ehemaliger Kindersoldaten in Sierra Leone zugutekommt. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Jazzensemble der Kreismusikschule.


Pressekontakt: Kreisverwaltung Birkenfeld (info[at]landkreis-birkenfeld.de)
www.landkreis-birkenfeld.de

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