Drittes Netzwerktreffen: Datenschutz im Kinderschutz
Gewalt an Kindern vorzubeugen und Misshandlungen zu vermeiden – darum bemühen sich die Mitwirkenden beim Netzwerktreffen Kinderschutz. Im Rahmen des Landeskindesschutzgesetzes engagieren sich die Stadt Landau und der Kreis Südliche Weinstraße (SÜW) für dieses Netzwerk. Die Mitglieder wie beispielsweise Kinderärzte, Hebammen und Vertreter der Kindertagesstätten treffen sich am Mittwoch, 10. März, im Alten Kaufhaus zu einer Informationsveranstaltung.Ein Anliegen der Institutionen, die mit Kindern zu tun haben, ist es, die unterschiedlichen Gesichter von Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch zu erkennen und bei Bedarf schnell einzuschreiten.
„Es gibt viele Gründe, die zu einem Miss-brauch führen können“, erklärte Jugenddezernent Bürgermeister Thomas Hirsch bei einem Pressegespräch im Vorfeld des Informationstages. „Von Überforderung bis hin zu Vorsatz reicht die Liste. Und die Fälle machen nicht vor Stadt- oder Kreisgrenzen halt.“ Bei dem diesjährigen Treffen seien 150 Akteure beteiligt, die über das Thema be-raten, wie Kindesschutz und Datenschutz in Einklang zu bringen sind.
Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Südliche Weinstraße, Nicolai Schenk, betonte, dass manche Familien Unterstützung bei ihrer Erziehungsleistung benötigten. Die Frage sei: „Wie bringen wir vor allem junge Familien dazu, mit großen Belastungen umzugehen?“. Denn auch der Kreis sei keine heile Welt, man solle die Augen nicht verschließen. Dies ist nicht nur die Aufgabe der staatlichen Stellen. „Jeder muss hinschauen“, forderte Schenk weiter.
Wünsche und Bedarfe würden geäußert, man lerne sich untereinander kennen, was Hemmschwellen abbaue und das Zusammen-arbeiten erleichtere, so die stellvertretende Amtsleiterin des städtischen Jugendamtes, Sabine Heyn. Schließlich gehe es auch darum, die theoretischen Ideen in die Praxis umzu-setzen.
Der Leiter des Jugendamtes der Stadt, Claus Eisenstein, betonte, dass bereits vieles zusammen mit den Netzwerkpartnern erreicht wurde. Es wurden beispielsweise die „Frühen Hilfen“ eingerichtet, die junge Familien in ihrer Alltagsbewältigung unterstützen. Allerdings müsse man natürlich bei dem Einen oder Anderen nachsteuern. „Es geht nicht darum, zu dramatisieren oder zu denunzieren, sondern wachsam zu sein. Denn Kindesschutz geht alle an.“
Künftig solle noch mehr Geld in die Prä-vention fließen und nicht hauptsächlich in die reaktive Arbeit. Bereits heute besteht die wesentliche Arbeit der Jugendämter in Unterstützungs- und Hilfeangeboten.
„Die Jugendämter haben im Bereich des Kindesschutzgesetzes eine große Ver-pflichtung“, ergänzte der Leiter des Jugend-amtes des Landkreises SÜW, Peter Lerch. „Doch werden auch künftig die Kindertages-stätten mehr für dieses Thema sensibilisiert. Gerade in den Gemeinden des Landkreises gewinnen die Kindertagesstätten eine immer größere Bedeutung, da sie oft die einzige Er-ziehungseinrichtung im Ort sind und die Kinder künftig schon ab dem ersten Lebensjahr aufnehmen können.“ Eine frühzeitige Kommunikation sei wichtig.
Es gehe außerdem um Erkenntnisse, welche Bedarfe in Dörfern bestehen. Klar sei, dass es für Familien außerhalb Landaus nicht immer möglich sei, Hilfeangebote innerhalb der Stadt zu nutzen, so Sigrid Heupel vom Jugendamt des Landkreises. Niederschwellige Familienbildungsangebote vor Ort seien un-umgänglich.
Bei dem Austausch der Vertreter der ver-schiedenen Institutionen sollen neue Ideen gefunden werden, so Bürgermeister Hirsch. „Wir möchten den bereits existierenden Netzwerken und Mitwirkenden eine Platt-form bieten. Der Aufbau und die Optimierung stabilisierender Angebote für Familien sind unser Ziel. Denn sensible Familiengefüge können leicht aus den Fugen geraten.“
Für Ratsuchende haben Stadt und Kreis eine Broschüre erstellt, in der auf einen Blick sichtbar ist, welche Institutionen bestimmte Hilfestellungen geben können. Sie ist bei allen Netzwerkpartnern wie Schulen, Kinder-ärzten, Kindertagesstätten erhältlich.
Pressekontakt: Stadtverwaltung Landau (presse[at]landau.de)
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