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Boppard: Gymnasium ausgebaut und Berufsbildende Schule energetisch saniert
Ministerin Ahnen und Landrat Fleck weihen in Boppard Schulbaumaßnahmen aus dem Konjunkturpaket II ein
„Mit den Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen im Kant-Gymnasium und in der Berufsbildenden Schule in Boppard werden die Lern- und Lehrbedingungen für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in den beiden Schulen deutlich verbessert. Gleichzeitig hat der Kreis als Schulträger durch die Schwerpunktsetzung auf den Aspekt der Energieeffizienz in beiden Schulen auch umweltpolitisch ein sehr beachtenswertes Zeichen gesetzt. Beides zusammen genommen zeigt: Die über das Sonderprogramm des Landes „Für unser Land: Arbeitsplätze sichern – Unternehmen unterstützen – nachhaltig investieren“, mit dem das bundesweite Konjunkturprogramm II in Rheinland-Pfalz umgesetzt wird, in diese beiden Schulen investierten Fördermittel von mehr als 2,4 Millionen Euro sind sehr gut angelegt.“ Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen, die gemeinsam mit dem Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Bertram Fleck, die Bauvorhaben in den beiden Schulen besichtigte und offiziell einweihte. Landrat Fleck dankte dem Bund für die großzügige Förderung von 80 Prozent im Rahmen des Konjunkturprogrammes II und dem Land für die Befürwortung der Aufnahme in das Förderprogramm und das zinslose Darlehen für den Restbetrag von 20 Prozent.Seit einigen Jahren hatte das Kant-Gymnasium den Wunsch, den zweiten Flügel des Dachgeschosses im Neubau auszubauen. Beim 1997 ausgeführten Ausbau der rheinseitigen Seite wurden bereits Vorinstallationen für diesen weiteren Ausbau getroffen. Mit der nun fertiggestellten 480.000 Euro teuren Maßnahme sind vier helle Klassenräume mit je 66 qm Nutzfläche sowie ein Kursraum und ein Lehrmittelraum entstanden. Somit stehen den laut Schulentwicklungsplanung bis zum Jahr 2012/2013 zu erwartenden 880 Schülern die insgesamt notwendigen 36 Klassenräume zur Verfügung. Sämtliche Unterrichtsräume im Dachgeschoss wurden mit einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet, da neben der energetischen Notwendigkeit für den Passivhausstandard inzwischen auch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Schüler wissenschaftlich nachgewiesen ist.
Auf dem ausgebauten Dach liefert eine Bürgersolaranlage der Solargenossenschaft Hunsrücksonne eG ca. 79 Prozent des Energiebedarfs des gesamten Schulgebäudes. Jeder Interessierte kann einen Anteil von 1.000 bis 10.000 Euro an der Genossenschaft zeichnen.
Im Rahmen des Konjunkturpakets II des Bundes wurde auch der 400.000 Euro teure erste Bauabschnitt des energetischen Maßnahmenpakets am Kant-Gymnasium durchgeführt. Neben der Dämmung von 1000 qm Dachbodenflächen im Altbau und 1200 qm Kellerdecken im Neubau wurde die Einfachverglasung der Pausenhalle im Neubau gegen 400 qm Dreifachverglasung ersetzt. Die Außenbauteile erreichen den Passivhausstandard.
Bei der energetischen Generalsanierung der Berufsbildenden Schule Boppard wurde der erste Bauabschnitt mit Kosten von 1.811.000 Euro eingeweiht. Mittelfristig sind drei weitere Bauabschnitte erforderlich. Die Gesamtbaukosten betragen ca. vier Millionen Euro. Auf Grund der Erkenntnisse aus dem Energiecontrolling war bekannt, dass die Berufsbildende Schule Boppard mit die schlechteste Energiebilanz aller kreiseigenen Gebäude besitzt. „Daher haben wir für dieses Objekt bereits im Jahr 2008 den Gebäudeenergieausweis auf Bedarfsbasis erstellen lassen, der eine ausführliche Analyse der Bausubstanz darstellt und somit die Grundlage für ein umfassendes, nachhaltiges Sanierungskonzept mit Vorbildcharakter bietet“, so Landrat Fleck. Bei der Sanierung wurde der Heizenergieverbrauch von 20 Liter pro m² und Jahr auf 1,5 Liter pro m² und Jahr, sprich Passivhausstandard, verbessert. „Einsparenergie ist die wichtigste Energie. Hier werden sogar 90 Prozent Heizenergie eingespart. Dies ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zur Referenzregion für Klimaschutz und innovative Energiesysteme“, freut sich Landrat Bertram Fleck.
Die Gebäudehülle wurde dabei auf Passivstandard gedämmt und die Klassen mit Einzellüftungsgeräten, welche auch die Beheizung der Klassen übernehmen, ausgerüstet. Auch hier will die Hunsrücksonne eG auf der sanierten Dachfläche noch vor dem 30. September eine Bürgersolaranlage mit ca. 50 kWp in Betrieb nehmen.
Landrat Fleck bedankte sich bei den Planern unter Führung von Architekt Professor Wolfgang Schreiber und den ausführenden Firmen.
Die Sanierung wird auf Vermittlung des Umweltministeriums vom Institut für Nachhaltiges Bauen und Gestalten (INBG) an der FH Kaiserslautern begleitet und gemeinsam mit der EnergieOffensive Rheinland-Pfalz (EOR) evaluiert. Ein entsprechendes Monitoring, welches vom Umweltministerium gefördert wird, läuft bereits. Die Erkenntnisse aus dieser Sanierung sollen nicht nur als Grundlage für die weiteren Sanierungsmaßnahmen des Kreises dienen, sondern auch anderen Schulträgern zur Verfügung gestellt werden.
Pressekontakt: Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück (pressestelle[at]rheinhunsrueck.de)
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