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Foto: Links Kulturdezernentin Andrea Manz, daneben Anne Günster
24.01.2012 19:09 | Bad Kreuznach | Bad Kreuznach (Kreis)

Bad Kreuznach: Hildegard-Schäfer-Straße ist eingeweiht

„Möge diese Straße sich mit buntem Leben füllen“, wünschte sich Kulturdezernentin Andrea Manz zum Abschluss der feierlichen Einweihung der Hildegard-Schäfer-Straße im Neubaugebiet Rheingrafenblick. Hildegard Schäfer liebte Blumen erzählte Andrea Manz von einer persönlichen Begegnung mit dieser „kleinen Frau mit zarter Gestalt, aber zäh mit Ecken und Kanten. Eine von vielen, die Unsagbares durchgestanden haben“. Mit der Straßenbenennung ehrt die Stadt eine kämpferische Antifaschistin, die sich als Überlebende des Konzentrationslagers Ravensbrück als Zeitzeugin in Schulen oder bei anderen Aktionen gegen das „Vergessen, Verleugnen, Verdrängen und Verharmlosen“ der Verbrechen des Nationalsozialismus engagierte. Anne Günster und Maria Finnemann vom Freundeskreis der Lagergemeinschaft Ravensbrück würdigten ebenfalls das Leben und Wirken von Hildegard Schäfer. Bei der kleinen Gedenkstunde trugen Andrea Manz und Anne Günster Gedichte vor, die im Lager Ravensbrück entstanden.

Hildegard Schäfer (1918-1995) war das jüngste von acht Kindern einer Bad Kreuznacher Arbeiterfamilie. Als Kriegsgegnerin weigerte sie sich in einem Rüstungsbetrieb zu arbeiten, weil eine Schwester in Frankreich verheiratet war. Die Nationalsozialisten sperrten sie zunächst in ein Gefängnis und deportierten sie dann als Zwangsarbeiterin in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Mit der Lagergemeinschaft Ravensbrück engagierte sie sich als Zeitzeugin gegen den Faschismus und das Vergessen der NS-Verbrechen. 2003 verfilmte Loretta Walz das Leben und Wirken Hildegard Schäfers. Der Beitrag wird morgen, Mittwoch, 17.30 Uhr, im Haus des Gastes gezeigt. Der Titel „Wenn ich nicht mehr da bin, müsst Ihr das machen“, ist kein leichter Auftrag und aktueller denn je, so Andrea Manz mit Verweis auf die erschreckende Entwicklung der Neonazi-Szene. „Es liegt an uns allen, würdevolles Leben in Deutschland ohne Ansehen der Person wertzuschätzen und möglich zu machen.“


Pressekontakt: Stadtverwaltung Bad Kreuznach (hansjoerg.rehbein[at]bad-kreuznach.de)
www.bad-kreuznach.de
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