Alte Nahebrücke in Bad Kreuznach muss doch abgerissen und neu gebaut werden
Böse Überraschung im Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen und Verkehr. Die Alte Nahebrücke ist doch so stark geschädigt, dass eine Sanierung zwar möglich, aber wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist. „Da bleibt doch nur ein Neubau“, ist sich Oberbürgermeister Andreas Ludwig mit dem Ausschuss einig. „Ich hätte uns und vor allem den Geschäftsleuten und Bewohnern der Altstadt diese große Baustelle gerne erspart“, so der OB.Das Ingenieurbüro Verheyen hatte im vergangenen Jahr den Auftrag bekommen, eine Sanierung der Brücke zu planen. Zu diesem Zweck wurde im November 2009 die Fahrbahnplatte eingehend untersucht und dort mehrere Bohrmehlproben entnommen, mit einem
erschreckenden Ergebnis. Der Chloridgehalt übersteigt zum Teil die zulässigen Werte um das Fünffache. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter von Verheyen-Ingenieure Martin Hofmann im Ausschuss. Der Zustand der Betonbrücke verschlechtert sich zudem schneller als erwartet. Die Tragfähigkeit der Brücke ist allerdings akut nicht gefährdet, versicherte der Brückenexperte Professor Dr. Thomas Bauer. Er empfiehlt, die Brücke alle vier Wochen und nicht wie bislang alle zwei Monate zu kontrollieren.
„Aus heutiger Sicht Planungsfehler“, vermutet Hofmann als Ursache für den hohen Chloridgehalt, denn die Fahrbahnplatte der Spannbetonbrücke war 1955/56 ohne Abdichtungen gebaut worden, damals Stand der Technik. Gleiches gilt auch das Brückentragwerk. Im September 2007 waren bei einer Überprüfung in den Hohlkästen Rostschäden an den Spanngliedern aus Stahl entdeckt worden. Ursachen sind Chloride im Tauwasser (Streusalz), das durch ehemalige Fahnenmasthülsen, die bereits bei der Errichtung der Brücke eingesetzt wurden, in den Beton eindrang.
Wie hoch die Kosten eines Neubaus sind, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Der Stadtrat hatte sich im November 2009 für eine Sanierung der Brücke mit zwei Stützpfeilern entschieden. Die Kosten wurden damals auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. In der Diskussion stand auch eine neue Stahlbetonbrücke (Kosten zwei Millionen Euro, Bauzeit 18 Monate).
„An einem Neubau kommen wir nicht vorbei. Doch noch sind viele Fragen zu klären, dazu gehört natürlich auch für welchen Typ Brücke wir uns entscheiden.“ Dies will der OB wieder in einem Workshop mit allen Beteiligten beraten.
Pressekontakt: Stadtverwaltung Bad Kreuznach (hansjoerg.rehbein[at]bad-kreuznach.de)
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