10 Jahre BUND-Regionalbüro für die Südliche Pfalz
LANDAU. Das BUND-Regionalbüro für die Südliche Pfalz ist in den zehn Jahren seit seiner Gründung am 11. September 1999 im Umwelt- und Naturschutz der Region zu einer bewegenden Kraft geworden. Als Anlaufstelle in Fragen des Naturschutzes stellt es ein wichtiges Angebot an die Bevölkerung dar. Mit diesem Fazit anlässlich des zehnjährigen Bestehens der von mehreren BUND-Kreisgruppen und deren Förderern getragenen Einrichtung wendet sich der BUND an die Öffentlichkeit. Eindrucksvoll erlebbar wird die Arbeit dieses Kraftzentrums des BUND im Süden der Pfalz schon durch die Auswahl des Ortes für einen Pressetermin: Die vom BUND gepflegten 10 Hektar Wiesen am Landauer Birnbach, wo das Büro unter Leitung von Heike Krippner für die Teilnehmenden ein Picknick mit regionalen Bio-Produkten vorsieht. Zu den Anwesenden des Pressegesprächs gehören der rheinland-pfälzische BUND-Landesvorsitzende Dr. Bernhard Braun, Vertreter des behördlichen Naturschutzes sowie Vertreter der in der Landauer BUND-Geschäftsstelle zusammenarbeitenden BUND-Kreisgruppen Südpfalz, Südwestpfalz und Neustadt.Es ist Teil der Erfolgsgeschichte des Regionalbüros, dass durch sein Vorhandensein ein gutes Stück Koordination und Netzwerkbildung zum Schutz von Natur und Landschaft vorangekommen ist: Vor allem Umweltverbände und Bürgerinitiativen der Region finden hier eine wichtige Anlaufstelle. Hier werden in gegenseitigem Gedankenaustausch zahlreiche gemeinsame Stellungnahmen erarbeitet, wovon wieder wesentliche Anstöße zur Erhaltung der heimatlichen Landschaft sowie der Lebensqualität der hier lebenden Menschen ausgehen. Daraus entstehen Impulse, die Mitbürger dazu bewegen, sich ganz persönlich gegen Verlärmung und schleichende Zerstörung der landschaftlich so gesegneten südlichen Pfalz, der Toskana Deutschlands, einzusetzen.
Erfreulich und ganz wichtig für den Einsatz in der Natur ist auch der entstandene gute Kontakt zur Landwirtschaft. Denn das Landauer BUND-Büro hat von Anfang an eine Heimstatt in den Landauer Räumen des Bauernverbandes gefunden. Dafür ist ein besonderer Dank auszusprechen. Außerdem ist allein schon durch die räumliche Nähe die Gewähr gegeben, dass der Kontakt mit den Bauern nicht abreißt.
Bei fachlicher Beratung zum Umgang mit verletzten Wildtieren, bei der Meldung von Umweltfreveln und illegalen Baumfällungen, bei der Initiierung von Schutz- und Pflegemaßnahmen, bei Fragen zu Hornissen, die sich in Rollladenkästen festgesetzt haben und vielen anderen aus der Bevölkerung gestellten Fragen hilft das Büro immer wieder weiter.
Vor allem in der Auseinandersetzung um Straßenverkehrsprojekte ist Koordinierungsarbeit mit anderen Verbänden und Bürgerinitiativen sowie die Erstellung gemeinsamer, fachlich anspruchsvoller Stellungnahmen zu leisten. Dabei konnten in der Vergangenheit wiederholt erhebliche Fehlleistungen der Planer nachgewiesen und Korrekturen zum Vorteil von Natur und Mensch durchgesetzt werden. Zu diesen Projekten zählen u. a. Planungen für die Bienwaldautobahn, die vierspurige B 10, der Straßentunnel bei Bad Bergzabern, mehrere Ortsumfahrungen, die 2. Rheinbrücke bei Wörth u. v. a. m. Im Zusammenhang mit diesen Aktivitäten entstanden im Laufe der Zeit acht Bürgerinitiativen, die ihrerseits wieder eigene Dynamik entwickelten und Kontakt hielten. Durchgängig eng ist auch das Zusammenwirken mit dem vom BUND Südpfalz 1997 gegründeten einzigen rheinland-pfälzischen Fahrgastverband SÜDPFALZ MOBIL. Dieser Verband setzt sich in letzter Zeit mit spürbarem Widerhall für die Angebotsverbesserung im Öffentlichen Nahverkehr ein.
Mit erheblichem Arbeitsaufwand für Heike Krippner verbunden war über zwei Jahre hinweg das Interreg-Projekt „Naturschutz ohne Grenzen im Oberrheinraum - Protection de la Nature sans Frontières dans la région du Rhin supérieur“; es bedurfte dabei für den rheinland-pfälzischen Teil des Projektes einer intensiven Zusammenarbeit mit der Straßburger Geschäftsstelle von Alsace Nature. Der Ertrag des Projektes ist erkennbar in einer zweisprachigen Broschüre, der Praktiker des Naturschutzes eine Fülle von Anregungen aus der Region Oberrhein beiderseits der Grenzen entnehmen können. Der Kontakt über die Grenzen soll u. a. auch als Beitrag zur projektierten Europäischen Metropolregion Oberrhein weiter gepflegt werden. Aktuell völlig im Vordergrund steht die Arbeit zum südpfälzischen Abschnitt des vom Berliner BUND-Bundesverband initiierten bundesweiten Wildkatzenprojektes, das am 15. März in Bad Bergzabern mit einer großen Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Landrätin Theresia Riedmeier seinen öffentlichen Auftakt hatte. Das Projekt bringt mit der Erstellung des zu erstellenden Wildkatzenkorridors vielfältige und wachsende Zusammenarbeit mit Teilen der Bevölkerung, für die Zukunft aber auch eine merkliche Bereicherung von Flora und Fauna.
Über die tagesaktuellen Themen hinaus betreibt das Regionalbüro bereits seit sieben Jahren Umweltbildung in Form der Umwelt-Sinn-Werkstatt. Umweltbildung wird auch geleistet mit Beiträgen zum Kinderferienprogramm, mit AG´s in der Ganztagsschule, beim Biomassetag, bei der Kinderolympiade, mit den „Wasserläufern“, mit Exkursionen. Außerdem ist das Büro Partner im Netzwerk Umweltbildung.
Für die nächste Zukunft wird sicher auch weiter die Fülle der bisherigen Alltagsarbeit anhalten: Die Umweltwacht, der Kampf um Grundwasser und Bäche, der Umgang mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald, die Auseinandersetzung mit der Mobilitätspolitik des Landes und der Kommunen sowie der Widerstand gegen ungebremsten Flächen- und Landschaftsverbrauch oder auch die Befassung mit dem Thema Denkmalschutz. Wirtschafts- und Finanzkrise, die demographische Entwicklung sowie Ressourcenschwund und Klimawandel verbieten eine „Weiter-so“-Politik.
Pressekontakt: ( )
| Meldung teilen! | Tweet |
|
Dieser Artikel wurde 244 mal gelesen.
Permanentlink: http://www.prport.net/-jahre-bundregionalbuero-fuer-suedliche-pfalz-pr56332.html
Suchbegriffe:
Weitere Meldungen aus Landau in der Pfalz:
10.02. 12:51 | „Landau und seine Tore und Türen - was sie uns heute sagen“
09.02. 11:33 | Beheizung der Grundschule Wollmesheimer Höhe ohne CO²
09.02. 10:20 | Landau: Schwanenweiher zum Eislaufen freigegeben
07.02. 15:35 | Vorstellung des Jugend- und Sozialetats der Stadt Landau
06.02. 18:13 | Faschings-Voltigieren mit dem Haus der Jugend
03.02. 12:35 | Verwandeln, Verschönern oder Vergruseln
03.02. 11:10 | Stadtvorstand Landau empfängt Prinzenpaare der diesjährigen Faschingskampagne im Rathaus
02.02. 16:18 | Landau: Maßvoller Umgang mit Alkohol in der 5. Jahreszeit
02.02. 12:43 | Bürgergraben: Neues Wohngebiet soll entstehen




